Hallo Zuhause, Tschüss zuhause

Abschied du kannst mich mal !
All die Jahre habe ich über Vechta geflucht, du langweilst mich, du bist so angepasst, du bist immer gleich, du bist jeden kennen und und immer dasselbe tun, an den selben Orten, zu immer identischen Zeiten, aus den immer gleichen Gründen und das mit den immer ätzenden Leuten, denen es genauso geht.

Bis zum 1. September verlasse ich dich Vechta, du bist so abgestanden. Genauso wie ein altes Handtuch –
Aber wegwerfen mag man es dann doch nicht … 20 Jahre bin ich hier groß geworden, klein gewordenen, besser geworden und erwachsen geworden ? Der Zeitpunkt meiner Einschulung bis zum Zeitpunkt meines Abianschlusses kommt mir nur vor, wie ein etwas zu tiefer Zug an meiner Zigarette. Das tägliche Meckern, zäh wie billiges Importkaugummi, wird unterbrochen vom Lauf der Dinge. Man tut’s wirklich, man geht. Plötzlich sind die ganzen ätzenden Menschen nicht mehr wichtig, die Magensäure kommt beim Grübeln über alte Zeiten nur noch gelegentlich hoch … Beim aufräumen vom ganzen Schrott, der sich 13 Jahre angesammelt hat, findet man längst verschollene Relikte der Vergangenheit.
Erstkommunionskarten, Liebesbriefe, Klassenfotos, angedrohte Schulverweise, Postkarten, Eminem Poster, Tagebücher, Songtexte, Wunschzettel …

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Ist der ganze wichtige Scheiß erstmal in Kartons verpackt, fühlt es sich Elend an. Zumindest bei mir war es so. “ wow, alles in ein paar Kisten. Bin ich ein paar Kisten ? Ist mein Leben diese Kisten ? Bin ich viel oder bin ich ein paar ?“. Auf jeden Fall war ich dann im Umzugswagen, 2 Stunden Richtung Zukunft.

Ich werde immerhin ein Teil von den Leuten, die dafür gesorgt haben, dass Vechta noch ätzender wurde, als ich es eh schon empfand. Sie gingen, manche weit weg, manche weit genug um die Stadt langweiliger zu machen. Konti, Julian, Vika, Storchi, Basti, Sven, Marco, Katharina, Bernd, Eike, Mada, Ümit … Und der ganze Rest. Was warn das noch für Zeiten ? Alle sind sie gegangen. Und ich geh jetzt auch.


Die Tage ähneln sich hier, wie zwei leere Blatt Papier.
Es regnet immer da wo es schon nass ist, und es ist überall besser als hier.

—Thees Uhlmann – Das Mädchen von Kasse 2

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